Stellar einfach erklärt

Stellar ist als Hardfork durch Ripple entstanden. Ripple wurde unter Anderem von Jed McCaleb aufgebaut, um die Kommunikation und die Transaktionen zwischen Banken grenzüberschreitend zu optimieren, sodass in Sekundenschnelle weltweit Überweisungen getätigt werden können. Nach einem Streit zwischen dem Gründer Jed McCaleb und den Mitbegründern von Ripple hat sich Jed McCaleb dazu entschlossen eine neue Kryptowährung aufzubauen, allerdings nicht als Konkurrenz zu Ripple im Bankensystem. Stellar konzentriert sich auf die Entwicklungsländern und möchte dort sehr kleine Überweisungen sogenannte micropayments akzeptieren und durchführen. Viele Entwicklungsländer haben mir Korruption, wirtschaftlichen und politischen Unruhen zu kämpfen, sodass Stellar Menschen und Unternehmen in Entwicklungsländern einen Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht. Da Stellar durch Ripple entstanden ist, sind logischerweise einige Parallelen vorhanden. Jedoch konzentrieren sich beide Systeme auf unterschiedliche Zielgruppen. Im Vergleich zu Ripple hat sich Stellar für ein inflationären System entschieden, sodass jedes Jahr 1 % neue XLM – die Bezeichnung für die Kryptowährung – sowie die jährlich angefallenen (sehr geringen) Gebühren je Transaktion wieder ausgeschüttet werden. Neben der unterschiedlichen Zielgruppe, der ein oder anderen Gemeinsamkeit, liegt der größte und spannendste Unterschied in der Stellar Fundation.

Stellar Organisation

Im Gegensatz zu Ripple ist Stellar eine gemeinnützige Organisation. Das hat einmal den Vorteil, dass die Firma nicht zwangsläufig auf Profit angewiesen ist, wie beispielsweise Ripple. Die Stellar Fundation wurde gegründet, um das Open-Source-Netzwerk möglichst nachhaltig weiterzuentwickeln. Die Organisation besitzt aktuell rund 30 Mrd. XLM. Bei einem Preis von 0,04 EUR je XLM, beläuft sich das Vermögen der Organisation auf 1.2 Mrd. EUR. Die 20 Milliarden XLM die aktuell im Umlauf sind, sorgen bei einem Preis von 0.04 EUR/XLP für eine Marktkapitalisierung von 800 Millionen EUR. In den Jahren 2021 bis 2023 werden jährlich 3 Milliarden XLM veräußert, um die Entwicklung der Technologie voranzutreiben. Einerseits ist es sicherlich positiv zu bewerten, wenn Stellar international beworben wird und neue Märkte erschlossen werden. Der Wert von Stellar steigt, je mehr Menschen und Unternehmen das Stellar-Zahlungsnetzwerk verwenden. Zudem wird die Technologie intern vorangetrieben aber auch Entwickler außerhalb der Organisation werden finanziell unterstützt. Negativ zu betrachten ist, dass der Verkauf von 3 Mrd. XLP pro Jahr für eine massive Abwertung der Währung sorgt. Zudem führt eine hohe Konzentration der Coins bezogen auf eine Organisation zu einer zentralen Instanz. Auch wenn die Blockchain dezentral betrieben wird, verleiht die Menge an Geld viel Macht. Daher kann die Ausschüttung der 9 Mrd. XLM in den kommenden drei Jahren als eine weitere Dezentralisierung des Systems betrachtet werden. Zudem bleibt zu hoffen, dass das eingenommene Geld sinnvoll verwendet wird und die Technologie sich stärker entwickelt, also die Währung abgewertet wird. Die weiteren Investitionsausgaben der Stellar Fundation können auf der Seite stellar.org/fundation/mandate nachgelesen werden.

Stellar Team

Danelle Dixon führt die Stellar Organisation seit Mai 2019 und war zuvor fast 8 Jahre bei der Mozilla Corporation tätig. Dort leitete sie die Bereiche Recht, Politik, Business, Umsatz und Betrieb und setzte sich nach eigenen Angaben lautstark für die Netzneutralität, Verschlüsselung und einem nachhaltigen Web ein. Über den Gründer Jed McCaleb haben wir bereits erfahren, dass er zuvor die Kryptowährung Ripple gegründet hat (2011). Definitiv erwähnenswert ist aber auch, dass er bereits im Jahr 2000 (!!) eDonkey2000 gründete, damals eines der ersten dezentralen Dateispeichersysteme, wodurch Dateien mit anderen Usern geteilt werden konnten. Eine weitere interessante Person von Stellar Lumens ist David Maziéres, der an der Harvard Universität Informatik studiert hat und seit fast 15 Jahren an der Stanford University als Professor im Bereich der Informatik tätig ist. Zusammenfassend besteht die Organisation alleine durch die drei vorgestellten Persönlichkeiten bereits aus einer unglaublichen Fachkompetenz, die – wie bereits erwähnt – wegen der gemeinnützigen Organisation nicht darauf getrimmt ist, Gewinne zu erzielen! Hier ein aktueller Überblick das Stellar Team:

MitarbeiterPositionAccountsHerkunft
Denelle Dixon GeschäftsführerinSan Francisco, California
David Mazières
Mitgründer und Wissenschaftler San Francisco, California
Jason ChlipalaLeiter des operativen GeschäftsLos Angeles
Jed McCalebGründer und Entwcikler San Francisco, California
Jordan EdelsteinMarketingleiter San Francisco, California
Nicolas BarryLeiter für die technische InfrastrukturSan Francisco, California
Tom QuiselMitverantwortlicher für die technische InfrastrukturSanta Barbara, California 

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